Rhizopoden einiger Moosproben aus Java

Bartoš E.

1963 · Acta Universitatis Carolinae, Biologica · 1963(2): 119-190

Abstract

Durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Prof. Dr J. Kramář erhielt ich zur mikroskopischen Untersuchung einige (16) Moosproben, die im Bergpasse Puntjak zwischen Bogore und Djakarta auf der Insel Java im Februar 1962 von Prof. Dr. Zd. Pouba aus Praha gesammelt wurden. Die in diesen Moosproben vorkommenden Tardigraden und Bdelloideen werden in zwei besonderen Beiträgen behandelt. Dieser Beitrag ist ausschließlich den Ordnungen Testacealobosa und Testaceafilosa gewidmet, wobei zwei Arten aus der Ordnung Amoebaea nicht behandelt werden. Es wurden 77 testaceen Rhizopoden gefunden, von welchen 29 Formen schon aus Java bekannt sind, 28 Formen sind schon aus anderen Ländern bekannt, aber für Java werden sie zum erstenmale angeführt und 20 Formen sind für die Wissenschaft neu. Alle gefundenen Arten sind an den beigefügten Tafeln in gleicher Vergrößerung abgebildet, so daß von den Abbildungen sofort die gegenseitigen Größenverhältnisse einzelner Formen zu erkennen sind. Nur einige Abbildungen sind mehr vergrößert. Es sind Abb.: 4.K; 7.H; 9.F; 10.E, CH; 11.F, H, I, K, O, R, Z; 12.L, M. Die an allen Tafeln gezeichnete Abszisse stellt immer eine Länge von 50 μ vor. Die Rhizopoden Javas wurden schon früher und mehrmals von verschiedenen Autoren behandelt. Fast immer behandelten die Autoren das Material aus ungleichen Standorten und deshalb sind die ungleichen Resultate ihrer Arbeiten erklärlich. Am häufigsten wurden die Wasserproben durchgeforscht (HARNISCH, 1932, 1951; OYE 1922), dann die Moosproben, die aus Wasser oder seiner nächsten Umgebung stammten (RICHTERS 1908; HOOGENRAAD und de GROOT 1940; OYE 1949-teilweise); viel weniger wurden die aerophytischen Moose, zu welchen wir die Sphagnumproben von HOOGENRAAD und de GROOT (1946) rechnen können, besonders dann die austrocknenden Moosproben studiert (teilweise OYE 1949; und BARTOŠ in der vorliegenden Arbeit). Die ungleiche Herkunft der Moosproben äußert sich sehr gut in der Artenzusammensetzung und den Mengenverhältnissen der gefundenen Rhizopoden bei einzelnen Autoren (siehe die Tabellen 1, 2 und 3).