Ueber einige in der Erde lebende Amöben und andere Rhizopoden

Greeff R.

1866 · Archiv für Mikroskopische Anatomie · 2(1): 299-331

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Abstract

Eigentliche Amöben sind bekanntlich bis jetzt bloss im süssen Wasser und im Meere gefunden worden und es schien in der That, als ob das Wasser das alleinige passende Medium sein müsste, in dem diese Organismen die Bedingungen ihrer Existenz finden könnten. Der zarte, von keiner Umhüllung oder von sonstigen Anhangsgebilden geschützte Leib, der Mangel besonderer äusserer Bewegungsorgane, die bloss durch die wechselvollen Contractionen und Hervorschiebungen der eignen Leibessubstanz ersetzt werden, die dem vollkommen entsprechenden langsam kriechenden Bewegungen durch den weichen Bodensatz und Schlamm der Gewässer oder an den feinen Algenfäden und anderen Wasserpflanzen, die von der Oberfläche in die Tiefe hinabreichen, ferner die eben durch das Leben im Wasser beträchtlich verminderte Gefahr einer häufigen Austrocknung etc., das Alles schien für ein ausschliessliches Vorkommen dieser Thierchen im Wasser zu sprechen. Um so mehr überraschte es mich daher, als ich nun schon vor längerer Zeit auch in der Erde, im trocknen Sande Thiere antraf, die alle wesentlichen Charaktere der Wasser-Amöben an sich trugen und ausserdem so mancherlei merkwürdige und ausgeprägte Eigenthümlichkeiten boten, dass ich ihnen seitdem eine genauere Beobachtung zugewendet habe. Ich habe dabei nicht bloss mehrere neue und, wie mir scheint, interessante Arten der Gattung Amöba, sondern auch andere Rhizopoden auf-